Fachschaftsräte Erziehungswissenschaft / Uni Hamburg

Einladung zum Strategietag am 1.2.: Wie weiter mit der Erziehungswissenschaft?

26.01.12 (FB Erziehungswissenschaft, Fakultätsrat, Protest gegen Kürzungen, Uni Hamburg, Veranstaltung)

Strategietag Erziehungswissenschaft – Mittwoch, den 1. Februar 2012 – 14 – 18 Uhr, Raum 424

Im letzten Semester hat die ganze Universität gegen die Kürzungspläne des Hamburger Senats gekämpft. Insbesondere unser Fachbereich ist nicht erst seit dem STEP 2012 (Struktur- und Entwicklungsplan) massiv unterfinanziert. Dieser ist unter der ungeliebten ehemaligen Universitätspräsidentin verabschiedet worden. Die Präsidentin ist gegangen worden, der STEP leider nicht, d. h. die Kürzungen sind immer noch und wieder eine Bedrohung. Mit ihnen ist in den letzten Jahren unterschiedlich umgegangen worden.

Unser neues Dekanat hat, in Abstimmung mit dem neuen Präsidenten und nach Diskussion im Fakultätsrat, eine externe GutachterInnenkommission beauftragt, den Bereich Erziehungswissenschaft dahingehend zu evaluieren, welche Entwicklungsperspektiven empfehlenswert sind. Der konkrete Auftrag an die Kommission lautete, drei Szenarien zu entwickeln:

„1. Die Skizzierung einer sinnvollen Personalstruktur in den Grenzen des aktuellen Budgets einschließlich der Konsequenzen für die Leistungsfähigkeit des Faches in Forschung und Lehre;“
„2. Die Skizzierung einer angemessenen Personalstruktur und Ausstattung, durch die die Leistungsfähigkeit in Lehre und Forschung auf dem aktuellen Stand erhalten bleibt;“ und
„3. Die Skizzierung einer wünschenswerten Personalstruktur und Ausstattung zur Erreichung von exzellenter Leistungsfähigkeit in Lehre und Forschung. “

Seitens des Dekanats bestand die Hoffnung, auf diese Weise dokumentieren zu können, dass unter den gegebenen finanziellen Bedingungen eine sinnvolle Personalstruktur unmöglich und eine bessere Ausstattung unabdingbar ist. Die Expertenkommission hat diesen Auftrag nicht erfüllt. Das von ihnen erstellte Gutachten besteht nur in der Entwicklung des Szenario 1, das da war, eine Mindeststellenbesetzung – unter gegebenen Bedingungen – zu erstellen. Nicht einmal treffen sie auftragsgemäß eine Aussage über die Konsequenzen für Forschung und Lehre. In der letzten Fakultätsratssitzung waren sich alle Mitglieder einig, dass das Gutachten keine Minimalbesetzung darlegt, sondern ein Katastrophenszenario (d. h. so gehts gar nicht ).

Das deutliche Übergewicht des Lehramts in der Besetzung der Kommission, die aus einer Mathematikdidaktikerin, einem Schulpädagogen und einem Erwachsenenbildner besteht, hat enorme Auswirkungen auf das Gutachten. Die grundständigen Studiengänge kommen kaum vor, werden gerade mal in einem Satz genannt. Das Hamburger Modell der Integration der Fachdidaktiken in die Erziehungswissenschaft scheint nicht vollständig verstanden worden zu sein. Zudem enthält sich die Kommission jeglicher inhaltlicher Begründung für den Vorschlag, bestimmte Stellen zu streichen, andere aber bestehen zu lassen (die ProfessorInnenstellen sollen von derzeit 66 auf künftig 34 reduziert werden). Einzig postuliert wird, auf diese Weise „Wettbewerbsfähigkeit“ herzustellen. Weder jedoch definiert oder begründet die Kommission ihr Verständnis von „Wettbewerbsfähigkeit“, noch war diese hohle marktgläubige Phrase formuliertes Kriterium im Kommissionsauftrag.

Erfreulicherweise trifft dieses Gutachten auf keinerlei Zustimmung in unserem Fachbereich. Gerade deshalb müssen wir als Betroffene gemeinsam überlegen, wie wir mit diesem Ergebnis und der bisher fortdauernden Unterfinanzierung umgehen wollen. Der Fakultätsrat lädt daher alle Statusgruppen unseres Fachbereichs zu einem Strategietag am 01. Februar 2012, von 14 bis 18 Uhr in Raum 424 ein. Alle Lehrenden sind freigestellt ihre Veranstaltungen zugunsten der Teilnahme am Strategietag ausfallen zu lassen. Allen Studierenden, die ihre Veranstaltungen zugunsten einer Teilnahme am Strategietag nicht besuchen, entsteht kein Nachteil. Das Dekanat bietet Studierenden, die in dieser Zeit Prüfungen haben, auf Antrag eine Verschiebung dieser Prüfungen an. Sogar möglicherweise in dieser Zeit stattfindende Prüfungen können verschoben werden. Nähere Informationen dazu findet ihr in der Nachricht zum Strategietag in Stine.

Das Gutachten ist hier einzusehen.

Keine Kommentare »

Sauberer Wahlkampf geht anders!

18.01.12 (Hochschulpolitik, Studierendenparlament)

Auf die Problematik der Fakultäts-Listen, die zur Wahl des Studierendenparlaments antreten, hatten wir anlässlich der Kandidatur der ‘EPB-Liste’ bereits in unserer Stellungnahme “Not in our name” hingewiesen. Auch an anderen Fakultäten treten solche Fakultätslisten an und – wie in den letzten Jahren auch – gab es kritische Stellungnahmen verschiedener Fachschaftsräte. In der MIN-Fakultät haben u.a. die Fachschaftsräte Physik und Biologie die Kandidatur einer so genannten ‘MIN-Liste’ kritisiert.

Diese Liste hat sich nun etwas besonders Dreistes erlaubt: Auf einem gestern großflächig verteilten Flyer fand sich ein Gruppenfoto, das den Eindruck erweckte, es handele sich dabei um ein Gruppenfoto der ‘MIN-Liste’. Es stellte sich jedoch heraus, dass für den Zweck der Suggestion einer organisierten Gruppe einfach ein Foto von der Homepage des Fachschaftsrats Psychologie Jena [SIC!] verwendet wurde, siehe hier.

Angesichts solcher Unverfrorenheit können wir uns nur dem Fazit der Stellungnahme zur ‘MIN-Liste’ anschließen:

“Wir halten ein Studierendenparlament für erforderlich, das die Interessen aller Studierenden vertritt, statt Wähler_innentäuschung und Depolitisierung zu befördern. Aus diesem Grunde rufen wir Euch auf, Euch an der StuPa-Wahl zu beteiligen und Euch dazu im Vorfeld der Wahl kritisch mit den kandidierenden Listen und deren Programmen zu befassen.”

1 Kommentar »

Wie weiter mit dem Fach Erziehungswissenschaft an der Uni Hamburg?

16.01.12 (FB Erziehungswissenschaft, Hochschulpolitik, Uni Hamburg)

Der Fakultät EPB wurden bekanntermaßen in den letzten Jahren mehrfach massiv Mittel gestrichen (z.B. 2008), so dass bspw. eine Vielzahl von Stellen nicht neu besetzt werden konnten und die finanzielle Deckung der verbliebenen Stellen trotzdem nicht gesichert ist.

Derzeit beginnen die Verhandlungen für den Struktur- und Entwicklungsplan 2013 in dem u.a. die Verteilung der Finanzen innerhalb der Universität geregelt werden. Um mit “guten Argumenten” in die Verhandlungen um den folgenden Struktur- und Entwicklungsplan zu gehen, hat das Dekanat der Fakultät Ende 2010 beschlossen, ein externes Strukturgutachten zur Evaluation der erziehungswissenschaftlichen Fachbereiche in Auftrag geben zu wollen. Der Fakultätsrat stimmte diesem Plan am 19.01.2011 mit 11:0:2 zu.

Ziel der Begutachtung sollte u.a. die Entwicklung von “Szenarien für eine zukunftsfähige Personalstrukur in den Jahren 2013 ff.” sein. Erstellt wurde es im Laufe des vergangenen Jahres von Dr. Rudolf Tippelt (LMU München), Dr. Ewald Terhart (WWU Münster) und Dr. Kristina Reiss (TU München). Das 12-seitige Ergebnispapier liegt nun vor und steht hier zum Download zur Verfügung: Strukturgutachten (19.12.2011).

Sollte es nicht zu einer Erhöhung der Mittel, sondern zu einer 1:1-Umsetzung der Empfehlung im Gutachten kommen, würde das einen erneuten drastischen Einschnitt in das Fach und die Stellenstruktur bedeuten.

Dies Academicus am 01.02.

U.a. um zu diskutieren, wie mit dem Strukturgutachten und der darin entworfenen Stellenstruktur umgegangen werden soll, wird am 1.Februar ein Dies Academicus an der Fakultät stattfinden, an dem sich alle Mitglieder der Fakultät beteiligen können. Sobald es weitere Informationen dazu gibt, werden wir sie hier veröffentlichen.

Keine Kommentare »

Veranstaltung: ‘Bildungsstreik in Chile’

10.01.12 (Bildungspolitik, Hochschulpolitik, Veranstaltung)

31.01.2012 / 19:00 Uhr / ESA 1 / Hörsaal A

Auf Einladung der Rosa Luxemburg Stiftung berichten die Sprecherinnen der chilenischen Studierenden und ein Vertreter des Gewerkschaftsdachverbandes CUT in Deutschland über die Bildungsproteste in Chile.

Von April bis Oktober 2011 fanden in Chile breite Proteste für gesellschaftliche Veränderungen statt (Vgl. z.B. hier). Im Mittelpunkt stand eine Bewegung von Schüler_innen und Studierenden, die etwa 600 Schulen und Universitäten des Landes besetzten. Durch die Beteiligung der Lehrkräfte und Hochschulmitarbeiter_innen, aber auch anderer zivilgesellschaftlicher Gruppen, entwickelten sich die Proteste zu einer breiten kritischen Diskussion über die grundlegende Ausrichtung der Gesellschaft. Im August und September unterstützte Chiles Gewerkschaftsdachverband CUT die Studierendenproteste mit zwei Generalstreiks.

Mit Camila Vallejo Dowling, Presidenta de la Federación de Estudiantes de la Universidad de Chile; Jorge Andres Murúa Saavedra, Consejero Nacional de la CUT und Karol Aida Cariola Oliva, Ex-Presidenta de la Federaciòn de Estudiantes de la Univ. de Concepción

In Kooperation mit dem Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft und der GEW-Studierendengruppe; Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg

Bildungsstreik in Chile Auf Einladung der Rosa Luxemburg Stiftung berichten die Sprecherinnen der chilenischen Studierenden und ein Vertreter des Gewerkschaftsdachverbandes CUT in Deutschland über die Bildungsproteste in Chile.  Von April bis Oktober 2011 fanden in Chile breite Proteste für gesellschaftliche Veränderungen statt. Im Mittelpunkt stand eine Bewegung von Schüler_innen und Studierenden, die etwa 600 Schulen und Universitäten des Landes besetzten. Durch die Beteiligung der Lehrkräfte und Hochschulmitarbeiter_innen, aber auch anderer zivilgesellschaftlicher Gruppen, entwickelten sich die Proteste zu einer breiten kritischen Diskussion über die grundlegende Ausrichtung der Gesellschaft. Im August und September unterstützte Chiles Gewerkschaftsdachverband CUT die Studierendenproteste mit zwei Generalstreiks. Kontakt  Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg Zimmerpforte 8 20099 Hamburg  Telefon: 040 29882435 Email: info@rls-hamburg.de Termindownload  Download im iCal-Format Besonderheiten  In Kooperation mit dem Fachschaftsrat Erziehungswissenschaft und der GEW-Studierendengruppe; Gefördert durch die Landeszentrale für politische Bildung Hamburg zur Übersicht Top Springe direkt zu: Textanfang Hauptmenü Suche Weitere Informationen Metanavigation Metanavigation Navigation      Aktuell     Über uns     Aktuelle Veranstaltungen     Texte und Publikationen  Meta Navigation      Kontakt     Impressum  Rosa-Luxemburg-Stiftung Hamburg Zimmerpforte 8 20099 Hamburg  Telefon: 040 29882435 Email: info@rls-hamburg.de      Drucken     Seite empfehlen     RSS     Bookmark     Social Bookmarks         Twitter         Facebook         studiVZ, meinVZ, schülerVZ         MySpace         del.icio.us         digg.com         Folkd         google.com         LinkaARENA         Mister Wong         newsvine.com         Reddit         stumbleupon.com         YiggIt  Schriftgröße Schriftgröße: verkleinern vergrößern Suche Suchbegriff Weitere Informationen

Keine Kommentare »

Not in our Name – Stellungnahme zur EPB-Liste

16.12.11 (Hochschulpolitik)

Stellungnahme der Fachschaftsräte Erziehungswissenschaft (Lehramt und Grundständig) und Bewegungswissenschaft:

Not in our Name – Zu den Irreführungen der „EPB-Liste“

Für eine demokratische und transparente StuPa-Wahl.

Das Studierendenparlament (StuPa) ist die gesamtuniversitäre Interessenvertretung aller Studierenden. Bei seiner Arbeit geht es um die Erarbeitung gemeinsamer Positionen und politischer Aktivitäten für eine sinnvolle Studienreform, einen verantwortungsvollen Gesellschaftsbezug der Wissenschaften, eine dafür hinreichende staatliche Finanzierung, die Demokratisierung der Uni, soziale Verbesserungen für die Studierenden, etc. – solidarisch und für die gesamte Universität. Für die Umsetzung der Anliegen und Vorhaben wählt das StuPa zudem den Allgemeinen Studierendenausschuss (AStA).
Wir rufen alle Studierenden auf, sich an den nun laufenden Wahlen zum Studierendenparlament zu beteiligen.

Fakultätslisten? – Nein Danke!

Eine irreführende Botschaft an die wählenden Studierenden vermitteln die Fakultätslisten. Namentlich sind das: „JuraListe“, „Medizinerliste“, „Geisteswissenschaftenliste“, „wiwi-Liste“, “MIN-Liste” und eben die „EPB-Liste“.
Mit diesen Namensgebungen wird der Eindruck erweckt, bei der weiteren Entwicklung der Hochschulen ginge es nicht um politische Fragen und solidarische Aktionen, sondern darum, ob die Studierenden des einen Faches sich gegen die des anderen durchsetzen. Dabei vertreten – so soll es scheinen – selbstverständlich diese Gruppierungen „die Interessen“ der Studierenden der jeweiligen Fakultät. (So rühmt sich die EPB-Liste in ihrem Twitter-Profil: “Die EPB-Liste bringt die Interessen und Expertise der EPB-Fakultät in den AStA ein.”)
Das ist doppelt verkehrt: Weder geht es im Studierendenparlament um fakultätsexklusive Probleme (weshalb solche dort selbst von den Fakultätslisten nie thematisiert werden), noch sind die genannten Listen die Interessenvertretung “ihrer” Studierenden.
Für die spezifischen Interessen der Studierenden der einzelnen Studiengänge gibt es eigene Organe: die Fachschaftsräte. Diese arbeiten aber nicht gegen die jeweils anderen, sondern realisieren vor allem die Interessenvertretung vor Ort. Dafür wird sich auch untereinander verständigt.

EPB-Liste – Das Prinzip “Tarnliste”.

Warum aber gibt es dann eine EPB-Liste? Um Stimmen zu fangen und Posten zu sichern.
Tatsächlich hat die EPB-Liste mit der Fakultät nichts am Hut. Ob Vollversammlungen vor Ort, Sitzung der Gremien, studentische Aktivitäten, Kampf um die Studienreform, etc. – politisch lassen sich die Listen-Mitglieder in der Fakultät nicht blicken. Hingegen verdingen sie sich seit Jahren als bezahlte ReferentInnen und Projektkräfte im Kulturreferat des AStA.
Damit das aus ihrer Sicht so bleiben kann, müssen die entsprechenden Mehrheiten im Studierendenparlament organisiert werden. Dafür wird unlauter darauf spekuliert, dass wer bei der Wahlentscheidung unsicher ist, sich vielleicht denkt: “Wenn ich ‘meine’ Fakultät wähle, kann ich doch nichts falsch machen.”
Was die Liste allerdings nicht verrät: Hier wird ein Ableger der Juso-Hochschulgruppe gewählt. Auf Platz eins und drei kandidieren organisierte Junge Sozialdemokraten. Der Spitzenkandidat ist im Kreisvorstand der Jusos in Hamburg-Mitte und erfährt dafür auf Facebook auch ein dickes Lob von seinem Mentor und SPD-Rechtsausleger Johannes Kahrs: “die spd hh mitte ist stolz auf ihre jusos”.
Kandidiere wer will – aber bitte offen und ehrlich!

Zum Studierendenparlament wählen könnt Ihr am besten Mitte Januar an den Urnen überall auf dem Campus oder per Briefwahl jetzt im Dezember. Nutzt die vielfältigen Möglichkeiten, Euch gründlich zu informieren. Wer sich an der Interessenvertretung seiner Fakultät beteiligen will, ist herzlich eingeladen zur Mitarbeit in den Fachschaftsräten sowie zum Besuch der Vollversammlungen und anderen Aktivitäten.

Keine Kommentare »

Fachschaftsräte neu gewählt

16.12.11 (Hochschulpolitik, Über die FSRe)

Am 15.12. wurden der Fachschaftsrat für Lehrämter der allgemeinbildenden Schulen und der Fachschaftsrat Bildungs- und Erziehungswissenschaft neu gewählt.

Hier das Programm der Liste “Für politisch engagierte und kritisch informierende Fachschaftsräte”: Weiterlesen »

Keine Kommentare »

15.12.2011 – 14-16 Uhr – Studentische VV der Erziehungswissenschaft + Wahl der FSRe

12.12.11 (FB Erziehungswissenschaft, Hochschulpolitik, Uni Hamburg, Veranstaltung, Über die FSRe)

Am 15.12. findet von 14 – 16 Uhr im Anna-Siemsen-Hörsaal eine Vollversammlung der Studierenden der Erziehungswissenschaft statt.

Es wird 1. um den aktuellen Stand der Studienreform gehen und 2. um die Wahlen zu den Fachschaftsräten für Lehrämter der allgemeinbildenden Schulen und der grundständigen Erziehungswissenschafts-Studiengänge.

Hier das Programm der Liste „Für politisch engagierte und kritisch informierende Fachschaftsräte“:

Einleitung

Unser Anspruch ist die Universität als ein Ort, an dem den Studierenden eine eigenständige Gestaltung ihres Studiums möglich ist. Es muss Bedingungen geben für kritische Wissenschaften, die bewusst ihre gesellschaftliche Verantwor­tung für eine Humanisierung der Lebensbedingungen Aller wahrnehmen. Dazu müssen auch Entscheidungen demokratisch und nicht von oben herab, wie in ei­nem Konzern, getroffen werden.

Die Proteste des vergangenen Semesters im Rahmen des “Kampfs um die Zukunft” haben eine solche emanzipatorische Perspektive gegen die politisch do­minante Linie der Verwertungsorientierung der vergangenen Jahre wieder in den Vordergrund gerückt. Die Studiengebühren werden abgeschafft, das restriktive und selektive Bachelor-/Master-System wird erheblich reformiert, die Redemokrati­sierung ist im Gange. Ob es lediglich bei Korrekturen bleibt oder aber die Rückeroberung der Universität als erfreulicher Lebens- und Bildungsort gelingt, hängt erheblich von weiterem studentischem Engagement ab.

An Fortführung und Ausbau einer solidarischen studentischen Bewegung für Verbesserungen möchten wir in den kommenden Semestern weiter arbeiten und geben uns dafür das folgende Programm: Weiterlesen »

Keine Kommentare »

Studienreformtag Bachelor/Master von FSRen und AStA der Uni Hamburg am 10.12.

01.12.11 (Bachelor-Master, Bildungspolitik, Hochschulpolitik, Studium, Uni Hamburg, Veranstaltung)

Am Samstag, d. 10.12. findet in VMP8 ein von Vertretern und Vertreterinnen des AStA und der Fachschaftsräte organisierter Konferenztag zum Thema “Bachelor/Master-Studiensystem” statt, zu dem wir herzlich einladen. Die Veranstaltung beginnt um 11:00 Uhr.

Hier die Einladung:

Im „Kampf um die Zu­kunft“ sind die An­sprü­che an Stu­di­um, Bil­dung und Wis­sen­schaft ge­mein­sam am­bi­tio­nier­ter ge­fasst. Die Uni­ver­si­tät Ham­burg will zu ei­ner zi­vi­len, öko­lo­gisch nach­hal­ti­gen, so­zi­al ver­ant­wort­li­chen und de­mo­kra­ti­schen Ent­wick­lung der Ge­sell­schaft bei­tra­gen. Des­halb will sie nicht nur Be­ste­hen­des re­pro­du­zie­ren, son­dern Per­spek­ti­ven zum Ein­grei­fen in ge­sell­schaft­li­che Ent­wick­lung er­öff­nen. (An­ge­lehnt an [1])

Die Bo­lo­gna-Re­form und die Ba­che­lor/Mas­ter-Stu­di­en­gän­ge sind vor die­sem Hin­ter­grund in der Uni­ver­si­tät und ge­sell­schaft­lich im­mer stär­ker in der Kri­tik. Ei­ne grund­le­gen­de Re­form der „Re­form“ ist drin­gend er­for­der­lich.

Zu er­wäh­nen ist, dass stu­den­ti­scher­seits be­reits durch­ge­setzt wur­de, dass die An­we­sen­heits­pflicht für Vor­le­sun­gen in der ge­sam­ten Uni­ver­si­tät fällt, und ak­tu­ell gibt es in­ten­si­ve Be­mü­hun­gen in den Fa­kul­tä­ten EPB und MIN, sämt­li­che Fris­ten und ver­pflich­ten­de Prü­fungs­ter­mi­ne ab­zu­schaf­fen und die Zahl der Prü­fun­gen er­heb­lich zu sen­ken. Und die EPB-­Fa­kul­tät kämpft für die ge­mein­sa­me Zu­las­sung zu Ba­che­lor und Mas­ter. Doch es hakt. Um Nach­druck in die Aus­ein­an­der­set­zung um für Al­le ver­nünf­ti­ge Stu­di­en- und Wis­sen­schafts­be­din­gun­gen zu brin­gen, wol­len wir im Rah­men ei­nes Stu­di­en­re­form­tags dis­ku­tie­ren, was die Ge­schich­te und die Prä­mis­sen der Bo­lo­gna-Re­form sind, wel­ches Wis­sen­schafts­ver­ständ­nis da­mit ver­bun­den ist und wel­che An­sprü­che wir dem ent­ge­gen­set­zen. Vor die­sem Hin­ter­grund wol­len wir die der­zei­ti­ge Ba­che­l­or­pra­xis an der Uni Ham­burg kri­tisch re­flek­tie­ren, um zu ent­wi­ckeln, wel­che Än­de­run­gen wir wie vor­an­trei­ben wol­len.

Vor­ge­schla­ge­ner Ter­min­plan:

11:00 Uhr Dis­kus­si­on: „Her­kunft und Be­wer­tung von Ba­che­lor/Mas­ter und un­ser An­spruch an Stu­di­um und Wis­sen­schaft“
13:00 Uhr Mit­tags­pau­se (für Ver­pfle­gung ist ge­sorgt)
14:00 Uhr Ar­beits­grup­pen
16:00 Uhr Kaf­fee­pau­se
16:30 Uhr Ab­schluss­ple­num: Zu­sam­men­fas­sung und Aus­blick

Als The­men für die Ar­beits­grup­pen sind bis jetzt die Fol­gen­den vor­ge­se­hen:

- Fris­ten, Re­gel­stu­di­en­zei­ten, Mo­du­la­ri­sie­rung
- Mo­bi­li­tät und In­ter­na­tio­na­li­sie­rung
- Prü­fun­gen: Stu­di­en­be­glei­ten­de Prü­fun­gen, Prü­fungs­dich­te, Wie­der­ho­lungs­re­ge­lun­gen, Bie­le­fel­der Mo­dell, An­we­sen­heits­pflicht
- Über­gang vom Ba­che­lor in den Mas­ter
- Mo­du­la­ri­sie­rung, in­halt­li­che Nor­mie­rung, ABK, Bei­spiel Lü­ne­burg: Stu­di­um Ge­ne­ra­le

Soll­ten Euch noch wei­te­re Ide­en für Ar­beits­grup­pen kom­men oder Ihr Lust habt, euch an der Vor­be­rei­tung ei­ner der schon ge­ge­be­nen zu be­tei­li­gen, seid Ihr herz­lich ein­ge­la­den Euch ein­zu­brin­gen.

Auf den Stu­di­en­re­form­tag soll ei­ne Po­di­ums­dis­kus­si­on fol­gen, in der wir die Er­geb­nis­se un­se­rer Ta­gung mit ei­nem Ver­tre­ter des Cen­trum für Hoch­schul­ent­wick­lung (CHE), Ver­tre­ter vom GEW und stu­den­ti­schen Ver­tre­ter*in­nen dis­ku­tie­ren. Der Stu­di­en­re­form­tag soll au­ßer­dem ei­ne grö­ße­re Stu­di­en­re­form­kon­fe­renz der Uni vor­be­rei­ten.

Wir freu­en uns über Rück­mel­dung.
Eu­re FSRe und Eu­er AStA

An­hän­ge:

[1] Stel­lung­nah­me des Aka­de­mi­schen Se­nats vom 08.09.2011, pdf

[2] Bo­lo­gna-Er­klä­rung, pdf

[3] Be­schluss des Aka­de­mi­schen Se­nats vom 12. Mai 2011: „An­for­de­run­gen der Uni­ver­si­tät an den neu­en Se­nat“, pdf

[4] Web­sei­te der BA-Kon­fe­renz: „Schö­ne neue Bil­dung“, html

[5] In­for­ma­ti­ons­bro­schü­re der Fach­schafts­rä­te­kon­fe­renz, Som­mer­se­mes­ter 2011 html, pdf

[6] Be­schluß des Fa­kul­täts­ra­tes EPB vom 16.11.2011, html

Keine Kommentare »

Antrag an den Fakultätsrat EPB zur Abschaffung der zeitlichen Fristen in den Prüfungsordnungen angenommen

16.11.11 (Bachelor-Master, Fakultätsrat)

Wir haben heute mit dem FSR Bewegungswissenschaft einen Antrag zum Thema „Fristen“ in den Fakultätsrat EPB eingebracht. Er wurde vom Fakultätsrat als Richtungsbeschluss bei drei Enthaltungen mit 13 Ja-Stimmen angenommen. Es wird jetzt angestrebt, in Abstimmung mit anderen damit befassten Gremien – wie beantragt – im Januar konkrete Änderungsbeschlüsse an den Prüfungsordnungen abzustimmen. Diese Änderungen sollen zum kommenden Wintersemester in Kraft treten.

Hier der Antrag:

Antrag an den Fakultätsrat der Fakultät für EPB – Fristen“

Der Fakultätsrat möge befassen, beraten und beschließen:

Die formalen Vorgaben für die von der Fakultät zu verantwortenden Studiengänge werden so geändert, dass sämtliche zeitlichen Fristen für das Ablegen von Prüfungen und für das Absolvieren von Modulen oder einzelnen Lehrveranstaltungen abgeschafft werden.

Stattdessen sollen die Prüfungen lediglich durch die Regelungen des HmbHG begrenzt sein, in der Weise, dass für eine Prüfung drei Versuche zur Verfügung stehen. (Vgl. § 65 HmbHG)

(1) 1) Zwischen- und Abschlussprüfungen können zweimal, andere Prüfungen bis zu zweimal wiederholt werden. 2) Die Abschlussarbeit kann einmal, nur in begründeten Ausnahmefällen ein zweites Mal wiederholt werden.

Dies bedeutet:

  • für die Prüfungsordnungen der Bachelor-Studiengänge (Bachelor of Arts) der Fakultät:
    • Ändern der Überschrift von § 10 in: „Anzahl der Modulprüfungen“ (streichen von „Fristen und“)
    • Streichen der Sätze 6-7 § 10 Abs.1 („Die Fachspezifischen Bestimmungen können vorsehen, dass der erste Prüfungstermin als Prüfungsversuch wahrgenommen werden muss. Nehmen die Studierenden diesen Prüfungsversuch aus Gründen, die sie zu vertreten haben, nicht wahr, gilt dieser Prüfungsversuch gemäß § 16 Absatz 1 als nicht bestanden. Darüber hinaus haben sie keinen Anspruch auf die Teilnahme am zweiten Prüfungstermin.“)
    • Komplettes Streichen der Absätze 2 und 3 des § 10.
    • Einfügen eines neuen Absatzes 5 in § 4:„Die FSB können Referenzsemester für Module angeben. Referenzsemester sind eine Empfehlung, zu welchem Zeitpunkt im Studium das entsprechende Modul begonnen werden sollte.“
  • Die FSB sind entsprechend zu ändern.
  • Der Ausschuss für Studium, Lehre und Studienreform und die Studiengangsleitungen sind aufgefordert, dem Fakultätsrat bis zur Sitzung im Januar Beschlussvorlagen für entsprechend geänderte Prüfungsordnungen und Fachspezifischen Bestimmungen vorzulegen.

    Begründung:

    Wir müssen mal zu Potte kommen.

Keine Kommentare »

Mitschnitt der Diskussion “Schuldenbremse – Gebot oder Verbot der Vernunft?” (29.10.2011)

16.11.11 (Bildungspolitik, Hochschulpolitik, Uni Hamburg, Veranstaltung, Videos)

Am 29.10.2011 diskutierten auf Einladung der Fachschaftsrätekonferenz Prof. Dr. Karl-Werner Hansmann und Dr. Rainer Volkmann im Hauptgebäude der Uni zum Thema “Schuldenbremse – Gebot oder Verbot der Vernunft?”.

Karl-Werner Hansmann ist emeritierter Professor für Industriebetriebslehre, war Vize-Präsident der Uni Hamburg und kommentiert erhellend ökonomische Entwicklungen und Zusammenhänge im Hamburger Abendblatt. Rainer Volkmann ist Wissenschaftler am Department für Wirtschaft und Politik der Uni Hamburg (ehm. HWP) und Mitglied in der Arbeitsgruppe Alternative Wirtschaftspolitik, die jährlich das kritische „Memorandum“ zur wirtschaftlichen Entwicklung herausgibt.

Hier der Video-Mitschnitt der Veranstaltung zum Download: Download

„Schuldenbremse“ – Gebot oder Verbot der Vernunft?

„Man wagt uns zu sagen, der Staat könne die Kosten dieser sozialen Errungenschaften nicht mehr tragen. Aber wie kann heute das Geld fehlen, da doch die Produktion seit der Befreiung beträchtlich gewachsen ist, während Europa damals in Trümmern lag? Das ist nur möglich, weil die von der Résistance bekämpfte Macht des Geldes niemals so groß, so anmaßend und egoistisch war wie heute und bis in die höchsten Ränge des Staates hinein über eigene Diener verfügt.“
Stéphane Hessel, „Empört Euch!“, nach: Frankfurter Allgemeine Zeitung, 9. Januar 2011.

In Jahrzehnten der rücksichtslosen Gewinnsteigerung wurde die soziale Ungleichheit gesellschaftlich erheblich verschärft. Die öffentlichen Kassen sind überstrapaziert. Die meisten Menschen sind es ebenfalls.
Für eine Erholung der Gesellschaft scheint eine Abkehr von der ewigen „Haushaltskonsolidierung“ erforderlich. Sie müßte der erweiterten Wiederherstellung sozialer Errungenschaften dienen. Aber der Hamburger Senat hat statt dessen jede Ausgabensteigerung für Bildung, Wissenschaft, Soziales und Kultur auf jährlich 0,88 Prozent des vorherigen Haushaltes begrenzt. Weil diese „Steigerung“ unterhalb der durchschnittlichen Preissteigerungsrate liegt, wird in allen Bereichen weiterhin real gekürzt.
Dies geschieht mit Verweis auf die „Schuldenbremse“. Sie ist seit 2009 im Grundgesetz verankert und besagt, daß der Bund ab 2016 nur noch maximal 0,35 Prozent des Bruttoinlandsproduktes (BIP) an strukturellen Schulden aufnehmen darf. Für die Bundesländer gilt ab dem Jahr 2020 sogar ein Schulden-Verbot.
Dies diene dem Abbau der Staatsschulden. Die Befürworter der Schuldenbremse argumentieren, daß die Staatsschulden eine horrende Belastung künftiger Generationen seien. Ihnen wird entgegnet, daß diesen Schulden auch Vermögen der Allgemeinheit gegenüber stehe. Investitionssenkungen bei Bildung, Sozialem und Kultur seien die eigentliche Belastung der Bevölkerung – und zwar in Gegenwart und Zukunft.

Was ist nun aber wahr?
Gefährden die Staatsschulden eine humane gesellschaftliche Entwicklung?
Oder steht gerade das Schuldenverbot dem Allgemeinwohl entgegen?
Kann die Universität ihre gesellschaftlichen Verbesserungsaufgaben trotz Schuldenbremse hinreichend erfüllen?
Gibt es sinnvolle Alternativen zur Schuldenbremse bzw. zu ihrer aktuellen Ausgestaltung?

Wir laden alle ein, diese und weitere Fragen zu diesem Thema zu diskutieren!

–> Flugblatt: html, pdf

Keine Kommentare »