Fachschaftsräte Erziehungswissenschaft / Uni Hamburg

NPD hetzt gegen Schulreform – Kundgebung am 17.07.2010 (11h)

14.07.10 (Bildungspolitik, Presse)

Für den kommenden Samstag, d. 17.07.  11:00 hat die NPD Hamburg anlässlich des Volksentscheids über die Schulreform zu einer Kundgebung am Busbahnhof Wandsbek-Markt angemeldet, auf der sie ihre sozialdarwinistische und völkisch-rassistische Hetze gegen die Schulreform öffentlich kundtun will.

Das Hamburger Bündnis gegen Rechts ruft zu Protesten dagegen auf und informiert auf seiner Seite über den Anmelder der Kundgebung und die Argumentation der Nazis (siehe Ehemaliger Untergrund-Kämpfer und Führer der NPD-Schlägertruppe leitet Kundgebung in Wandsbek).

Die Studierendengruppe in der GEW Hamburg hat auf ihrem Blog einen Artikel/Aufruf veröffentlicht, in dem sie über die Verwurzelung von alltäglicher Diskriminierung von Migrant_innen und der rassistischen Ideologie der Neonazis schreiben und ebenfalls zu Protesten aufrufen.

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Aufruf zum Boykott des CHE-Hochschulrankings

10.07.10 (Bildungspolitik, FB Erziehungswissenschaft, Hochschulpolitik, Uni Hamburg, stud. Initiative, Über die FSRe)

In den letzten Tagen haben einige Studierende einen Brief von der Universität Hamburg erhalten, in dem sie gebeten werden, online an der Bewertung ihrer Uni für das Hochschulranking des Centrums für Hochschulentwicklung (CHE) teilzunehmen.

Das CHE-Hochschulranking wird jedes Jahr in der ZEIT veröffentlicht. Es gibt sich den Anschein als würde es ähnlich einer Art „Stiftung Warentest“ das Angebot der einzelnen Hochschulen kritisch prüfen und so die angehenden Studierenden mit Kriterien für ihre Hochschulwahl versorgen. Klingt erst einmal ganz harmlos, aber in Wahrheit stecken ganz andere Absichten dahinter.

Das CHE-Ranking ist alles andere als unabhängig und neutral, sondern vielmehr ein Werkzeug zur marktradikalen Transformation der Hochschulen aus dem Hause Bertelsmann. Durch die Rankings soll ein Wettbewerb zwischen den Hochschulen forciert werden, in dem die Universitäten in gegenseitige Konkurrenz um Studierendenzahlen und Mittelzuweisungen treten. Z.B. wünscht das CHE eine stärkere Wirtschaftsanbindung der Hochschulen und setzt daher die Höhe des Drittmittelaufkommens als Qualitätsmerkmal. Tatsächlich aber ist die Höhe der notwendigen Drittmittel vor allem Ausdruck mangelnder staatlicher Finanzierung und mindert die Unabhängigkeit gesellschaftlich verantwortungsvoller Wissenschaft. Das CHE prüft also nicht, sondern bestimmt, was „Qualität“ sei.

Abgesehen hiervon ist die Datengrundlage dieser Rankings mehr als zweifelhaft. So reichen für einen einzelnen Studiengang an einer Universität 15 Studierendenbewertungen, damit die entsprechende Hochschule im Ranking auftaucht. Das Ranking wird zum groben Unfug, wenn der Rangplatz der eigenen Universität zum Handlungsziel des Bewertenden wird. Wer noch nicht selbst darauf gekommen ist, dem wird dezent mit Hinweisen zum Bewertungsverhalten nachgeholfen. So weist zum Beispiel die Berufsakademie Mannheim ihre Studierenden darauf hin, dass ein positives Abscheiden der eigenen Hochschule für sie die Chancen auf dem späteren Arbeitsmarkt verbessere.

Des weiteren machen sich solche Rankings selbst immun gegen Kritik. Das ist das Tolle an ihnen. Wer ganz unten steht und kritisiert, gilt als schlechter Verlierer. Wer das Glück hatte obere Rangplätze zu belegen, wird sich hüten diesen abzuwerten, sondern versuchen aus dem guten Abschneiden einen Vorteil zu ziehen.

Real sind zwar nicht die Ergebnisse der Rankings, aber ihre Folgen. Nimmt eine Universität erst einmal einen niedrigen Rangplatz ein, verschlechtert sich ihr Ruf, was zur Folge hat, dass Forschungsmittel und Lehrkapazitäten reduziert werden. Folglich tritt das ein, was die Rankings vorgeben abzubilden. Anstelle Fakten festzustellen, werden Fakten geschaffen. In der Konsequenz bedeutet dies, dass eine Hochschullandschaft entsteht, in der es wenige prestigeträchtige „Elite-Unis“ und viele Massenuniversitäten gibt.

Inzwischen sind zahlreiche Fachbereiche, Fakultäten und sogar ganze Universitäten (Universität Siegen, Uni Bonn) aus dem CHE-Hochschulranking ausgestiegen. Es ist zu wünschen, dass die Universität Hamburg diesem Beispiel folgen wird. Für eine Verbesserung des Hochschulwesens hilft kein Wettbewerb, sondern Solidarität. Alle in der Wissenschaft Tätigen – unabhängig von Statusgruppe oder Ort – müssen gemeinsam für bessere Bedingungen für Bildung und Wissenschaft kämpfen.

Die Fachschaftsräte Erziehungswissenschaft rufen euch hiermit dazu auf, das CHE-Hochschulranking zu boykottieren und an der Befragung nicht teilzunehmen.

Links zu mehr Informationen über das CHE, den Bertelsmann Konzern und die Bertelsmann Stiftung:

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Ergebnispapier der Abschlussveranstaltung der Konferenz “Schöne neue Bildung?”

20.06.10 (Bildungspolitik, FB Erziehungswissenschaft, Hochschulpolitik, Uni Hamburg)

Ergebnisse der Abschlussveranstaltung der Konferenz „Schöne neue Bildung? – Konferenz zur kritischen Reflexion der gegenwärtigen Hochschulgestaltung und zur Entwicklung emanzipatorischer Alternativen“ an der Fakultät Erziehungswissenschaft, Psychologie, Bewegungswissenschaft der Universität Hamburg am 18.06.2010

(download PDF-Dokument)

Grunddissens:
Radikale Reform der neuen Studiengänge oder Neue Reform „von unten“, auf Grundlage der Rückkehr zu den alten Studiengängen

Vor diesem Hintergrund bestehen folgende Konsense über notwendige Elemente einer Reform:

  • Jedem muss die Möglichkeit offen stehen, ohne neue Bewerbung den Studiengang weiterführend zu studieren (keine Übergangsquote).
  • Die Zahl benoteter Prüfungen muss insbesondere in der Studienanfangsphase erheblich reduziert werden.
  • Es besteht die Aufgabe der ständigen Bestandsaufnahme im gemeinsamen Beteiligungsprozess.
  • Es muss eine größere Wahlfreiheit und Flexibilität im Studium ermöglicht werden.
  • Ein besseres Betreuungsverhältnis muss hergestellt werden (Veränderung des Curricularen Normwerts (CNW).
  • Die Regelstudienzeit muss von einer Normgröße für das Studierverhalten zu einer Normgröße des Studienangebots werden (keine Exmatrikulation wegen Studiendauer).
  • Eine Rückkehr zum Semesterrhythmus ist notwendig.
  • Ein Ausbau der finanziellen und materiellen Ressourcen ist notwendig.
  • Es muss eine Stärkung der inhaltlichen – im Gegensatz zur formalen – Konturierung des Studiums erfolgen, die im Prozess ständig weiter entwickelt wird.
  • Es muss ein institutionalisierter Prozess der kritischen und problembezogenen Auseinandersetzung mit STiNE / Verwaltungsabläufen unter Einbezug aller Statusgruppen und Verantwortlichen begonnen werden.
  • Es muss eine fakultätsöffentliche Reflexion des Anspruchs eines wissenschaftlichen Studiums, besonders in Bezug auf die Frage, was das für die Lehre und Studium bedeutet, stattfinden.
  • Die Wiedereinführung eines Gremientages / -nachmittages ist notwendig.
  • Für die weitere Studienreform ist auch eine hochschulübergreifende Verständigung sinnvoll.

Folgende Reformvorstellungen sind noch umstritten:

  • Erhebliche Reduzierung der abschlussrelevanten benoteten Prüfungen insbesondere in der aufbauenden Studienphase
  • Gestaltung der Studieneingangsphase als inhaltliche Orientierungsphase gegenüber ABK als Berufsqualifizierungsphase
  • Flexibilisierung des Verhältnisses von Leistungspunkten und Veranstaltungen (Einteilung in der Hand der Studierenden)
  • Abschaffung der Anwesenheitskontrolle
  • Abschaffung der Anwesenheitspflicht

Für die Diskussion und Klärung folgender offener Fragen / Konfliktpunkte muss Zeit geschaffen werden:

  • Soll die erste Studienstufe eine Berufsqualifizierung oder eine wissenschaftliche Qualifizierung sein und wie wird sie zertifiziert?
  • Welche neue Konzeption der Verwaltungsarbeit und welche Probleme ergeben sich aus der geänderten Studienstruktur?
  • Warum wird was benotet?
  • Welche Alternativen zur Sequenzierung des Studiums gibt es? (–> Problem Referenzmodell)
  • Verhältnis zwischen Lehrenden und Studierenden unter besonderer Berücksichtigung der Einheit von Forschung und Lehre
  • Welcher Wissenschaftsanspruch besteht? Welche Zielvorstellungen sind sinnvoll? Welche Zeitvorstellungen für Wissenschaft ergeben sich daraus?

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Programm zur Konferenz “Schöne neue Bildung?” jetzt online

31.05.10 (Bachelor-Master, Bildungspolitik, FB Erziehungswissenschaft, Fakultätsrat, Hochschulpolitik, Termin, Uni Hamburg, Veranstaltung, stud. Initiative)

Vom 16. – 18.06. 2010 wird an der Fakultät EPB der Uni Hamburg eine Konferenz zur Transformation der Universität mit dem Titel “Schöne neue Bildung? – Konferenz zur kritischen Reflexion der gegenwärtigen Hochschulgestaltung und zur Entwicklung emanzipatorischer Alternativen” stattfinden. Sie wird von einer Arbeitsgruppe, bestehend aus Student_innen, Professor_innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen, organisiert. Das Programmheft steht mittlerweile als PDF-Dokument zum Download zur Verfügung. Die Online-Version findet sich hier.

Dass es eine solche Konferenz geben wird, geht auf einen Antrag der studentischen Vertreter_innen im vergangenen Jahr in unserem Fakultätsrat zurück. Dort wurde einstimmig die Durchführung einer Konferenz zur kritischen Auswertung des Bachelorsystems beschlossen. Die Konferenz soll sich inhaltlich jedoch nicht auf die Reform der Bachelor- und Masterstudiengänge beschränken, sondern auch die Ursachen des Bachelor- bzw. Mastersystem und die Möglichkeiten und Voraussetzungen des Ausstiegs aus diesem System diskutieren.

Die drei Konferenz-Tage stehen jeweils unter Oberthemen, nämlich “Kritische Reflexion” (Mittwoch), “Alternative Entwicklungen” (Donnerstag) und “Schlussfolgerungen für die Fakultät” (Freitag).

Für Mittwoch haben Ralf Ptak, Ingrid Lohmann und Klemens Himpele als Referent_innen zugesagt. Für Donnerstag tagsüber sind Vorträge, Diskussionen und Seminare mit Jan Masschelein, Wolf Dieter-Narr, Plinio Prado, Peter Fischer-Appelt, Michael Wimmer und Dora Heyenn geplant.

Am Abend wird, moderiert von Kaija Kutter (taz Hamburg), eine Podiumsdiskussion mit Peter Fischer-Appelt, Dieter Lenzen und Wolf-Dieter Narr zum Thema “Die Sinnfrage stellen: Die Universität zwischen Unternehmertum und kritischem Aufruhr” im Anna-Siemsen-Hörsaal stattfinden.

Für den Freitag sind kurze Beiträge von Lehrenden und Studierenden zur aktuellen Situation geplant an die sich eine Diskussion im Spannungsfeld zwischen der Idee eines Komplettausstiegs aus dem bisherigen System, alternativen Entwicklungsmöglichkeiten und einzelnen konkreten Maßnahmen innerhalb der bestehenden Studienordnungen bewegen, anschließen soll.

Alle aktuellen Änderungen werden auf der Homepage www.schoene-neue-bildung.de zu finden sein.

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Nach dem Bologna-Gipfel: Bund und Ländern Beine machen!

21.05.10 (Bachelor-Master, Bildungspolitik, Presse, Texte)

Anlässlich der so genannten “Nationalen Bologna-Konferenz” am vergangenen Montag dokumentieren wir folgende Erklärung des Leiters des Vorstandsbereiches Hochschule und Forschung der GEW, Andreas Keller:

“Schavan-Show”, “Alibiveranstaltung”, “Tagungstheater” – selten war sich die öffentliche Meinung so einig: Der gestrige “Bologna-Gipfel”, zu dem Bundesbildungsministerin Annette Schavan eingeladen hatte, war nicht mal ein Maulwurfshügel, sondern, um im Bild zu bleiben, eher eine Grube – aus vier Gründen:

1. Die Ministerin wiederholte zwar ihre Ankündigung, einen “Qualitätspakt Lehre” als dritte Säule des Hochschulpakts vorzulegen (http://www.bmbf.de/press/2858.php), aber ein Konzept für den neuen Pakt legte sie nicht auf den Tisch. Die Eckpunkte des neuen Pakts werden daher nicht mit Hochschulen, Studierenden, Lehrenden und Gewerkschaften verhandelt, sondern unter Ausschluss der Öffentlichkeit von einer Bund-Länder-Staatssekretäre-Arbeitsgruppe. Alles läuft darauf hinaus, dass die vom Bund in Aussicht gestellten 200 Millionen Euro nicht in der Fläche die Qualität der Lehre und die Betreuung der Studierenden verbessern, sondern nach der Logik der Exzellenzinitiative nur wenigen Eliteuniversitäten zu gute kommen werden.

2. In einer Nacht- und Nebelaktion hatte auch die Kultusministerkonferenz lange vor dem Bologna-Gipfel die Überarbeitung ihrer Strukturvorgaben für Bachelor- und Masterstudiengänge beraten und beschlossen. Zu einer wirklichen Lockerung der strengen Vorgaben, zu einer Rückführung der Prüfungsdichte, zu einem Abbau des übermäßigen Workloads für Studierende und Lehrende und zu einer Öffnung des Masterstudiums für alle Bachelor-Absolventinnen und Absolventen, die weiter studieren möchten, kam es nicht. Die Überarbeitung der Strukturvorgaben stand nicht auf der Tagesordnung des “Bologna-Gipfels”.

3. Anforderungen der beruflichen Praxis an die neuen Studienabschlüsse ließ die Bildungsministerin beim “Bologna-Gipfel” von einem Arbeitgeber-Vertreter und Vertretern der Studierenverbände von CDU/CSU und FDP formulieren – die Gewerkschaften, die im Bologna-Prozess auf europäischer Ebene als Stimme der Hochschulbeschäftigten und der beruflichen Praxis selbstverständlich auf Augenhöhe beteiligt werden, waren nicht gefragt.

4. Das eigentliche Ziel des unter dem Eindruck der Bildungsproteste von 2009 angekündigten “Bologna-Gipfels”, gemeinsam mit allen an den Reformen beteiligten Akteuren – Bund und Länder, Hochschulen und Studierende, Gewerkschaften und Arbeitgeber – Eckpunkte eines Kurswechsel auszuhandeln, wurde folglich im Ansatz verfehlt. Die 75 Teilnehmerinnen und Teilnehmer gingen ohne konkrete Ergebnisse auseinander. Das Resümee überließ die Bundesbildungsministerin dem Berliner Bildungssenator Jürgen Zöllner, der erst gegen Ende zur Konferenz dazu gestoßen war und ein vorbereitetes Referat verlas.

Mit Empörung haben daher die 400 Delegierten des 19. ordentliche Bundeskongresses des Deutschen Gewerkschaftsbunds (DGB), das “Parlament der Arbeit”, das seit 16. Mai in Berlin tagt, gestern Nachmittag meinen Bericht über den “Bologna-Gipfel” zur Kenntnis genommen (alle Anträge und Tagesprotokoll unter
https://www.dgb.de/uber-uns/dgb-heute/bundeskongress/19-ordentlicher-bundeskongress-dokumentation/ ).

Dem DGB-Kongress liegt aus aktuellem Anlass ein Initiativantrag der DGB-Jugend und der Gewerkschaften IG Metall, IG BCE, ver.di und GEW vor, in dem unter dem Motto “Neuer Kurs für Bologna” eine “Reform der Reform” und ein “nationaler Aktionsplan” für den Bologna-Prozess gefordert wird.

Der “Bologna-Gipfel” hat gezeigt: Die politisch Verantwortlichen in Bund und Ländern lassen sich zum Jagen ganz offensichtlich nur tragen. Erst unter dem Eindruck der Bildungsproteste ließen sich Bund und Länder überhaupt auf Diskussionen über Kurskorrekturen ein. Studierende und Hochschulbeschäftigte, Lehrende und Lernende, die Bildungsgewerkschaft GEW und der DGB sind daher jetzt gefragt, den Politikerinnen und Politiker im Vorfeld des nächsten “Gipfels”, des “Bildungsgipfels” der Regierungschefinnen und Regierungschefs des Bundes und der Länder am 10. Juni, Beine zu machen. “Deshalb unterstützen der DGB und die Mitgliedsgewerkschaften den Bildungsstreik”, heißt es im Antrag “Neuer Kurs für Bologna”, der dem DGB-Bundeskongress vorliegt und voraussichtlich am morgigen Kongresstag abgestimmt wird.

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Konferenz „Schöne neue Bildung?“ vom 16. – 18.06.2010 – KVV mit Vorbereitungsseminaren online

11.03.10 (Bachelor-Master, Bildungspolitik, FB Erziehungswissenschaft, Fakultätsrat, Uni Hamburg, Veranstaltung)

im SoSe 2009 wurde auf Antrag von Studierenden vom Fakultätsrat EPB die Ausrichtung einer Konferenz zur kritischen Auswertung des Bachelor-Master-Systems beschlossen, auf der auch „die Möglichkeiten und Voraussetzungen des Ausstiegs aus dem Bachelor- bzw. Mastersystem“ diskutiert werden sollen.

Diese soll im Sommersemester vom 16. – 18. Juni unter dem Titel „Schöne neue Bildung? – Konferenz zur kritischen Reflexion der gegenwärtigen Hochschulgestaltung und zur Entwicklung emanzipatorischer Alternativen“ stattfinden.

Die drei Konferenz-Tage werden jeweils unter Oberthemen stehen, nämlich “Kritische Reflexion” (Mittwoch), “Alternative Entwicklungen” (Donnerstag) und “Schlussfolgerungen” (Freitag). Es wird derzeit von der Vorbereitungsgruppe, die sich aus Studierenden, Professor_innen und wissenschaftlichen Mitarbeiter_innen zusammensetzt, ein vielfältiges Programm aus Vorträgen externer und interner Referent_innen, Workshops und Diskussionen geplant. Als Vorbereitung und Möglichkeit zur Auseinandersetzung sind verschiedene Seminare im kommenden Semester thematisch umgestaltet worden und widmen sich inhaltlich dem Thema der Konferenz. Eine Übersicht findet sich hier: Seminar-Übersicht Sommersemester 2010

    Kontakt zur Konferenz-Orga gibt es über die Adresse ba-konferenz[at]uni-hamburg.de und weitere Informationen über den bzw. im EduCommsy-Projektraum „Kritische Bachelor-Konferenz“.

    Im Wintersemester war bereits eine kleine Konferenz organisiert worden, die am 25. Januar im Foyer von VMP8 stattfand. In ihr sollten die Probleme und Grenzen der gegenwärtigen Lehr- und Studiensituation thematisiert werden. Mitschnitte der Redebeiträge finden sich hier. Mit der Konferenz im Juni soll u.a. daran angeknüpft werden.

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    Material zum Studienreformtag am 5.2.

    26.02.10 (Bachelor-Master, Bildungspolitik, Hochschulpolitik, Texte, Uni Hamburg, Veranstaltung, Videos)

    Das Referat  für ‘Qualität und Recht’ (Referat 31) der Uni Hamburg hatte für den 05.02.2010 von 10:00 – 17:00 zu einem “Studienreformtag” ins Audimax eingeladen:

    Nachdem an der Universität Hamburg über einige Semester hinweg Erfahrungen mit Bachelor- und Masterstudiengängen gesammelt wurden, ist es nun an der Zeit, diese Erfahrungen systematisch auszuwerten. Die Einbindung der Studierenden ist dabei unverzichtbar, weil Sie als unmittelbar Betroffene viele positive und negative Erfahrungen in den Prozess der Weiterentwicklung der Studiengänge einbringen können. (aus dem Einladungstext)

    So wurde eine der Forderungen der Audimax-Besetzer_innen des vergangenen Jahres an das Uni-Präsidium, nämlich die, nach der Durchführung einer “universitätsweiten und hochschulöffentlichen Studienreformkonferenz innerhalb des Wintersemesters”, immerhin ansatzweise erfüllt. Der Zeitpunkt am Ende der Klausurenphase am letzten Tag der Vorlesungszeit war allerdings nicht dazu angetan, besonders vielen Studierenden die Teilnahme zu ermöglichen. So waren der Einladung auch insgesamt nur ca. 60 Personen gefolgt.

    Das Programm des Tages wurde von Vizepräsident Holger Fischer eröffnet, der seine Kompetenzen im Schönreden demonstrierte. Anschließend referierten zwei Mitarbeiter_innen des Referats für ‘Qualität und Recht’ über rechtliche Rahmenbedingungen und “Ansatzpunkte für die Weiterentwicklung der Studiengänge an der UHH”. (Eine hilfreiche Übersicht über rechtliche Vorgaben, die im Zusammenhang der Studiengestaltung derzeit von Bedeutung sind, hat ein Mitarbeiter des Referats 31 zusammengestellt. Diese ist hier zu finden.) Anschließend wurde grundsätzliche Kritik an dem Zustandekommen und dem Ablauf der aktuellen “Studienreform” geübt und von Vertreter_innen verschiedener Fachbereiche und Fachschaftsräte aus fachspezifischer Sicht die unterschiedliche Situation geschildert und diskutiert.Am Nachmittag referierte u.a. ein Mitglied des studentischen Akkreditierungspools über seine Tätigkeit bei der Akkreditierung von Studiengängen…

    Es ist ein Video- und ein Audio-Mitschnitt der Vorträge und Diskussionen des Tages verfügbar, allerdings nur aus dem Uni-Netz (siehe Infos ganz unten):

    • Audio-Mitschnitt: download (117 MB, 285 Min., WAV, 56 Kbit/s)
    • Video-Mitschnitt (höhere Qualität): download (1,8 GB, 600 x 480 px, Flash-Video)
    • Video-Mitschnitt (niedrigere Qualität): download (1,1 GB, 600 x 480 px, Flash-Video)
      • (Der Mitschnitt des Nachmittagsprogramms beginnt in den Videos bei 1:35:30.)

    Der Redebeitrag der Fachschaftsräte Erziehungswissenschaft und Geschichte zum Studienreformtag findet sich hier: download (84 KB, PDF)

    Von Interesse für diejenigen, die sich an der Auseinandersetzung um den Bologna-Prozess und die Bachelor-Master-Studiengänge weiterhin beteiligen möchten, dürfte die Veranstaltungsreihe “Forum Studienreform” des Referats für ‘Qualität und Recht’ sein, in der ab Februar 2010 an jedem dritten Donnerstag im Monat von 16-18h Vorträge und Diskussionen angeboten werden. Das Programm findet sich hier.

    Die Mitschrift der im Laufe der Veranstaltung aufgeworfenen Punkte, die vom Referat ‘Qualität und Recht’ am 23.02. an die Fachschaftsräte geschickt wurde, findet sich hier.

    Die Auseinandersetzung geht weiter…

    Vom 16. – 18. Juni wird an der Fakultät EPB als Fortsetzung der “Kleinen Kritischen Bachelor-Konferenz” eine Konferenz unter dem Titel “Schöne neue Bildung” – Konferenz zur kritischen Reflexion der gegenwärtigen Hochschulgestaltung und zur Entwicklung emanzipatorischer Alternativen stattfinden, die derzeit von einer Vorbereitungsgruppe mit Studierenden und Lehrenden vorbereitet wird. Wer nähere Informationen dazu wünscht, kann sich gerne per Mail an die FSRe Erziehungswissenschaft wenden.

    ————————

    Infos zum Download aus dem Uni-Netz: Der Download funktioniert von jedem beliebigen Rechner innerhalb des Uni-Netzwerks, bspw. in einem PC-Pool. Er kann jedoch auch von zu Hause gestartet werden. Dafür sind nur zwei Dinge erforderlich:
    1. Die Installation eines VPN-Clients wie dem VPN-Client, der hier auf der Homepage des Rechenzentrums (RRZ) verfügbar ist und die Einwahl mit der persönlichen Kennung.
    2. Die Konfiguration der Proxy-Server-Einstellungen des eigenen Internet-Browsers. Wie das angestellt werden kann, wird vom RRZ für den Internet Explorer hier und Firefox hier erläutert.

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    ARD Panorama zu “Wir wollen lernen”

    22.02.10 (Bildungspolitik, Videos)

    Das ARD-Magazin Panorama hat am 18.02. einen sehenswerten Beitrag zu der Kampagne “Wir wollen lernen” gesendet, der auf http://daserste.ndr.de/panorama/media/panorama408.html nachzusehen ist.

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    Redebeitrag d. FSR Erzwiss. + FSR Geschichte anlässlich des Studienreformtags

    05.02.10 (Bachelor-Master, Bildungspolitik, Dokumentation, FB Erziehungswissenschaft, Hochschulpolitik, Uni Hamburg)

    Warum Mensch nicht in den Bachelor passt … eine Erinnerung der ewig Gestrigen

    Redebeitrag der Fachschaftsräte Geschichte und Erziehungswissenschaft beim Studienreformtag 05.02.10

    Die Fachschaftsräte Geschichte und Erziehungswissenschaft eint, dass wir die Bachelor/Master Einführung von Anfang an abgelehnt und bekämpft haben. Deshalb wirken wir auch in den Gremien für die Überwindung besonderer Härten.

    Initiatoren dieser Studiendeform sind auf europäischer und bundesebene Unternehmerverbände und konservative Parteien.

    Diese haben mit der Einführung von Bachelor und Master bestimmte Ziele verbunden, nämlich die Trennung der Studierenden in Masse und Elite und die inhaltliche Ausrichtung der Studiengänge an den Forderungen des Arbeitsmarktes in einer Zeit massiver sozialer Deregulierung und Privatisierung. Der öffentliche Bildungsauftrag der Universität ist damit vom Tisch: Die Universitäten sollen ausschließlich Ausbildungsstätten sein.

    Angetrieben durch diffuse Aufstiegs- und Sicherheitsversprechen sollen sich die Studierenden eigenverantwortlich und scheinbar freiwillig selbst optimieren, in sich investieren und – just in time – den Erwartungen der späteren Arbeitgeber anpassen – ABK macht’s angeblich möglich, was Sinn macht oder erwünscht ist, ist egal, weil: unrealistisch. Hauptsache, es rechnet sich später, irgendwann, vielleicht, hoffentlich, lebenslänglich.

    Wir pauken – sie profitieren?

    Alles, was Bachelor und Master kennzeichnet, dient nur diesem Zweck und hat keine letzte wissenschaftliche oder soziale Begründung: Übergangsquoten, Leistungspunkte, Noten, Module, strikte Anwesenheitspflicht, Regelstudienzeit, ABK und STINE sind nur formaler Kitt für ein unhaltbares und ungewolltes System, sind Zwangsmittel zur ökonomistischen Disziplinierung.

    Sie müssen weg. Wir wenden uns gegen dieses Studiensystem, weil es ein Klima der Angst und Konkurrenz produziert, was einen Überbietungswettbewerb der Anpassungsleistungen nahe legt.

    Arbeitsmarktorientierung führt zur Fremdbestimmung.

    Vom Menschen abstrahierende Normen – Noten, Leistungspunkte, Prüfungen – bzw. die willkürlichen oder technokratischen Entscheidungen von Lehrenden und Verwaltung greifen tief in den universitären Alltag ein.

    Sofern dies akzeptiert wird, dominiert der Kampf um Bestehen oder Versagen im System und nicht eine gegenseitig förderliche Lernkultur, die auf das Allgemeinwohl zielt. Das eng gebundene zeitliche und inhaltliche Korsett fordert die kritiklose Reproduktion vorgefertigter Wissenshappen – nicht offene Erörterung, wissenschaftlichen Meinungsstreit und hilfreiche Kritik.

    Die Lehrenden werden zum Wachpersonal degradiert. Leistungs- und Anwesenheitskontrolle sind das Gegenteil von Lernförderung und sozialer Anteilnahme und übrigens auch von demokratischer Seminargestaltung und Seminarkritik.

    Die unternehmerische Universität wird zunehmend geflohen. Dies ist auch kein Wunder, wenn Studierende nur da sind, um schnellstmöglich wieder zu gehen, das Verdrängen gesellschaftlicher Lebensumstände zur Qualität erhoben und regelmäßig evaluiert wird. Und schließlich – die Kapazitäten sind begrenzt. Geld fällt nicht vom Himmel. Sagt die Wissenschaftsbehörde. Zu uns, erst recht zu den Gebührenboykotteuren an der Kunsthochschule – aber nicht zu den Managern der HSH Nordbank. Dafür haben wir kein Verständnis. Vielleicht sollte man uns doch länger lernen lassen?

    Das alles ist ein Verlust an Kultur, humanem Sinn und gesellschaftlichem Nutzen.

    Autonome Seminare und kritische Auseinandersetzung in den Wissenschaften, verbindliches Engagement in Gremien und Fachschaften oder in sozialen Bewegungen stehen oft unter dem Vorbehalt rastloser und ratloser Büffelei.

    So nutzlos waren Studenten noch nie.

    Wir finden, dass die Universität für ein besseres Menschsein bestimmt ist. Sie sollte wieder Ort der Erörterung gesellschaftlich relevanter Fragen sein, zu denen sich ohnehin alle positionieren:

    Legitimiert die Geschichte eine neue deutsche Normalität oder meinen wir es ernst mit Nie wieder Krieg? Wollen wir wirklich Eine Schule für alle oder Bildungsprivilegien für wenige? Sind Historiker akademische Entertainer? Lehrer die Vermittler der Guten Ordnung? Sind Mittelalterstudien nur das Basiswissen für Rollenspiele oder geben sie Aufschluss über die Veränderbarkeit des Heute? Ist Multikulturalität ein Karrieresprungbrett oder Anregung zur internationalen Solidarität? Ist Lernen ein soziales Verhalten oder ein neurobiologischer Prozess? Ist Mensch eigentlich Subjekt oder Objekt? Regelt der Markt die beste aller Welten oder ist der Mensch für den Kapitalismus einfach nicht geschaffen?

    Unser fachspezifisches Fazit ist: Geschichte, Menschen und sogar das Bachelor/Master-System sind von Menschen gemacht. Da geht noch einiges.

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    Aufzeichnung der Redebeiträge der “Kleinen kritischen Konferenz zur gegenwärtigen Lehr- und Studiensituation” online

    05.02.10 (Bachelor-Master, FB Erziehungswissenschaft, Hochschulpolitik, Uni Hamburg, Veranstaltung)

    Die Redebeiträge, die anlässlich der “Kleinen kritischen Konferenz zur gegenwärtigen Lehr- und Studiensituation” am 25.01.2010 gehalten wurden, sind auf dem FSR-Blog über folgenden Link als Video-Mitschnitt  online verfügbar:

    http://webapp5.rrz.uni-hamburg.de/fsr-db/wordpress/?page_id=599

    Kim Krugmann hat ein Protokoll der Konferenz zur Verfügung gestellt, das einen Überblick über die Inhalte der Beiträge und den Verlauf der Diskussion gibt. Dieses ist hier verfügbar:

    Die Vorbereitung der Konferenz geht auch in der vorlesungsfreien Zeit weiter. Weitere Informationen geben wir gerne per Mail.

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